Die Geschichte des Ochsenweg Hærvejen

Die letzte Eiszeit hat die Landschaft und damit auch die Lage des Ochsenwegs Hærvejen geformt. Nachdem sich das Eis zurückgezogen hatte, konnten Bäche und Wasserläufe auch nach Osten abfließen. Das heißt, dass nach der Eiszeit die Wasserläufe östlich des Eisrandes nach Osten und die westlich davon nach Westen abflossen. Das Gebiet zwischen den ost- und westwärts fließenden Wasserläufen nennt man Wasserscheide. Da es hier am einfachsten war, Jütland trockenen Fußes zu durchqueren, entstand hier auch der Ochsenweg Hærvejen.

Schon seit Anfang der Besiedlung des Landes verkehrten Menschen auf dem Ochsenweg Hærvejen. Daher findet man hier Monumente aus der Bronzezeit sowie einige der bedeutendsten Monumente aus der dänischen Wikingerzeit – insbesondere in und um Jelling.

Seit dem Mittelalter war der Ochsenweg Hærvejen eine wichtige Transportroute für Fleisch – von den jütländischen Wiesen zu den europäischen Großstädten. Bevor es Kühlwagen gab, bestand die einzige Möglichkeit, Fleisch frisch zu halten, darin, dass sich die Tiere selbst transportierten.

Die Geschichte des Ochsenwegs Hærvejen

Die Geschichte des Ochsenwegs Hærvejen

Die Landschaftsbildung

Die letzte Eiszeit hat die Landschaft und damit auch die Lage des Ochsenwegs Hærvejen geformt. Der Eisrand verlief lange Zeit entlang der sogenannten Haupteisgrenze, also der maximalen Ausdehnung des Eises während der letzten Eiszeit.

Das Eis hatte große Mengen Lehm, Schotter und Steine vor den Gletscherrand geschoben. Das Schmelzwasser floss in westliche Richtung über die eisfreien Gebiete ab. Nachdem sich das Eis zurückgezogen hatte, konnten Bäche und Wasserläufe auch nach Osten abfließen.

Das heißt, dass nach der Eiszeit die Wasserläufe östlich des Eisrandes nach Osten und die westlich davon nach Westen abflossen. Das Gebiet zwischen den ost- und westwärts fließenden Wasserläufen nennt man Wasserscheide. Da es hier am einfachsten war, Jütland trockenen Fußes zu durchqueren, entstand an der Wasserscheide auch der Ochsenweg Hærvejen.

Ochsentrieb und Ochsenweggasthöfe

Seit dem Mittelalter war der Ochsenweg Hærvejen eine wichtige Transportroute für Fleisch – von den jütländischen Wiesen zu den europäischen Großstädten. Bevor es Kühlwagen gab, bestand die einzige Möglichkeit, Fleisch frisch zu halten, darin, dass sich die Tiere selbst transportierten.

Der Ochsentrieb

Um Probleme mit unbändigen Stieren zu vermeiden, wurden die meisten Stierkälber damals kastriert. Kastrierte Stiere nennt man Ochsen. Es lag nahe, vor allem Ochsen zu exportieren, da die Kühe zur heimischen Milch- und Kälberproduktion beitrugen.

Im 17. Jh. wurden 30-50.000 Ochsen jährlich über den Ochsenweg Hærvejen getrieben, außerdem Pferde, Schweine, Ziegen, Schafe und Gänse.

Übernachtung

Da der Ochsentrieb nicht an einem Tag zu schaffen war, benötigte man Übernachtungs- und Rastmöglichkeiten für Mensch und Tier. Daher waren in gewissen Abständen Pferche eingerichtet, in denen die Tiere geschützt vor Wölfen und Dieben weiden und trinken konnten (die Rastplätze befanden sich häufig neben Gasthöfen, in denen sich die Ochsentreiber verpflegen konnten).

Zölle und Schmuggel

An Übergängen, Brücken und Furten wurden im Laufe des 17. Jh. Zölle für die ausgeführten Tiere erhoben. Sie dienten u. a. zur Wartung der Übergänge. Aus diesem Grund entstanden viele kleinere Furten, über die manche Ochsentreiber ihre Tiere zu schmuggeln versuchten, was jedoch hart bestraft wurde.

Das Ende des Ochsentriebs

Mit dem Bau der Eisenbahn Ende des 19. Jh. verschwand die Grundlage für den Ochsentrieb, und damit geriet auch der Ochsenweg Hærvejen in Vergessenheit, bis er im 20. Jh. wieder entdeckt wurde.

Heilige Quellen

Da der Ochsenweg Hærvejen der Wasserscheide folgt, führt er an mehreren Quellgebieten vorbei. Das größte umfasst die Quellen der Wasserläufe Skjern Å und Gudenå bei Tinnet, die wenige hundert Meter voneinander entspringen und nach Westen bzw. Osten fließen. Viele der Quellen waren im Mittelalter Wallfahrtsorte, da sie bei christlichen Pilgern als heilig galten. Mehrere dieser Quellen befinden sich in der Nähe der Kirchen entlang des Ochsenwegs Hærvejen.

Runensteine und Wikingerzeit

Mehrere der bedeutendsten Monumente aus der dänischen Wikingerzeit liegen am Ochsenweg Hærvejen – insbesondere in und um Jelling, dem kulturhistorischen Highlight des Weges.

Die Wikingerzeit (ca. 800 bis ca. 1050 n. Chr.) ist eine der wichtigsten Epochen der dänischen Geschichte, nicht zuletzt aufgrund des Glaubenswechsels von der nordischen Mythologie zum Christentum.

Dieser historische Übergang wurde in Form der eindrucksvollen Monumente in Jelling manifestiert, die 1994 auf die UNESCO-Welterbeliste der Kultur- und Naturwerte, die von universellem Wert für die ganze Menschheit sind, aufgenommen wurden. Die Grabhügel, die Runensteine, die Kirche sowie die heute verschwundene riesige Schiffssetzung und die erste Holzkirche – die Vorgängerin der heutigen Steinkirche – zeugen auf eindrucksvolle Weise von Harald Blauzahns Glaubenswechsel vom Heidentum zum Christentum.

Ein weiteres riesiges, von Harald Blauzahn erbautes Monument ist die Ravning Brücke, auch wenn sie heute nicht sonderlich beeindruckend aussieht.

Südlich von Jelling liegt ein weiteres interessantes Monument aus der Wikingerzeit, Klebæk Høje. Ein dankbarer Sohn errichtete dieses schöne Grabmonument für seine verstorbene Mutter – dem Runenstein zufolge von Ravnunge-Tue für Vibrog. Der Standort ist nicht zufällig gewählt – hier befanden sich damals bereits zwei eindrucksvolle Grabhügel aus der Bronzezeit, die ca. 2.500 Jahre älter sind.

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