Nordjysk landskab

Fahrradetappe Jyske Aas - Hammer Bakker (31 km)

Foto: Hærvejen

Der Ochsenweg durch den Südosten von Vendsyssel ist von dem markanten Höhenzug Jyske Ås geprägt, mit den höchsten Hügeln Nordjütlands.

Der Ochsenweg durch den Südosten von Vendsyssel ist von dem markanten Höhenzug Jyske Ås geprägt, mit den höchsten Hügeln Nordjütlands. In einer Endmoräne haben die Gletscher hier in der letzten Eiszeit Schichten mit einem Gemisch aus Sand, Lehm und Kies abgelagert, in einem sehr hügeligen Gelände entlang der Schmelzgrenze des Eises. Die Route führt durch dieses teilweise mit Wald bedeckte, hügelige Hochland, mit sehr abwechslungsreicher Natur. Richtung Nordosten liegt das breite Flusstal Voer Ådal und Richtung Süden befindet sich ein großes tiefliegendes Gebiet, das ganz um die Stadt Nørresundby herumreicht. Hier hat die Eiszeit die Hügel dem Erdboden gleich gemacht.


Jyske Ås
Ungefähr 1 km westlich von der Stelle, wo die Straße Håndsbækvej den Höhenzug erreicht, liegt Lunken, die Naturschule der Großgemeinde Brønderslev. Hier gibt es Wasser, Toiletten, überdachte Tische/Bänke und einen großen überdachten Übernachtungsplatz (Shelter).

Bei der Wegpassage auf der Spitze des Hügels Fejborg Bakke findet man Information über die Umgebung, und etwas weiter nördlich liegt ein Langdolmen mit fantastischer Aussicht Richtung Osten. In der gesamten Umgebung auf beiden Seiten des Höhenzugs sind ungewöhnlich viele Grabhügel bewahrt worden. Fejborg Bakke lädt zu einer Abfahrt Richtung Osten ein, mit einem Gefälle von 5% über 600 m, und wird auf der Website über Dänemark größten Hügel erwähnt. Die Abfahrt führt hinunter zu dem Brunnen mit überdachtem Übernachtungsplatz (Shelter)  und dem Freitags Käsegeschäft, 1,3 km von der Hügelspitze entfernt.

Es gibt einen Wegweiser zum Shelterplatz Slettingen, der mit Wasser und einer Komposttoilette ausgestattet ist.  Die unfruchtbaren Hügel waren früher eine Zufluchtsstätte der Ausgestoßenen, die sich in einer Hütte, die in einen Hang eingegraben war, durchschlagen konnten. Der Arm des Gesetzes reichte nicht bis dorthin, und Überfälle auf Reisende, die den Höhenzug passieren mussten, waren keine Seltenheit. 1841 trieb diese Tatsache die Bevölkerung zur Selbstjustiz. 7 „gute Bürger“ trafen sich, um mit einigen gefürchteten, gesetzlosen jungen Männern im Armenhaus von Stagsted abzurechnen. Dies endete mit den Morden von Stagstedhede, bei denen vier Menschen getötet wurden, und die Behörden wurden endlich wachgerüttelt. Östlich der Route ist auf dem Weg Stagshedevej ein Gedenkstein aufgestellt worden.

Biegt man 100 m in den Weg Østermarksvej ein, findet man einen Parkplatz mit Information. Folgen Sie der Route 300 m in südwestlicher Richtung zum Aussichtspunkt mit der Position 57o16’8’’N – 10o12’Ø, der sich in einer Einzäunung mit freundlichen isländischen Pferden befindet – denken Sie daran den Zaun wieder zu schließen!

Bei klarem Wetter kann man das Kloster Børglum erkennen, und scheint die Sonne auf die Dünen, sieht man auch die Wanderdüne Rubjerg Knude an der Nordsee.

Grevmose Seen
Auf der Spitze des Höhenzuges sind über der Lehmschicht Moosgebiete entstanden, aus denen nach der Torfgewinnung die Seen von Grevsmose entstanden sind.

Ein Stück weiter auf dem Weg Bjørnbakvej, kann man von der Spitze eines neubepflanzten und eingezäunten Privatgebietes über das Tal Voer Ådal schauen, und zwischen den Hügeln Holtbjerg und Agersted Bakker das Kattegat erkennen.

Der Weg liegt auf der Wasserscheidelinie auf der Spitze der Höhenkette, aber auf dem Weg hinunter und an der Nordostseite der Höhenkette, kann man einige der Quellbäche sehen, die in den Wasserlauf Voer Å münden. Die Autobahn E3 führt über den Höhenzug, und folgt einer alten Wegspur, die das Ministerium für Natur als Dänemarks einzigen Passübergang bezeichnet hat. Über die E3 und dem alten Ålborgvej wurde Dänemarks erste Faunapassage angelegt. Diese wird nun von allen Tieren benutzt, auch von Kronwild. Die Faunapassage endet auf der Südostseite beim Hügel Dannerhøj, der seinen Namen bei dem Besuch von Frederik VII. und der Gräfin Danner im Jahre 1852 erhielt, bei dem die Bevölkerung versprach „jährlich das Grundgesetzt zu ehren“ und dies immer noch tut.

3,7 km nordöstlich am Ålborgvej liegt die kleine Stadt Flauenskjold mit einem Kaufmann und einem ”Heuhotel”, mit guter Ausstattung für sowohl Pferd als auch Reiter, und ebenso für Reiter von Stahlrössern. Die Route über Jyske Ås, das erste große Pfadprojekt des ehemaligen Amtes von Nordjütland, führt weiter auf dem Weg Stenbakkevej, wo sich ein überdachter Übernachtungsplatz mit Wasser und Komposttoilette befindet. Man überquert die Straße Dorfgade; ihr jahrhunderte alter Name bezeichnet eine der Passagen über den Höhenzug.

Dorf Møllegård
2 km Richtung Osten auf dem schön geschlängelten und hügeligen Asphaltweg liegt das Museum Dorf Møllegård mit sowohl einer Wasser- und einer Windmühle, einer Kaffeestube und einem Jagd- und Forstwirtschaftsmuseum für Nordjütland.

Schloss Voergaard
Weitere 4,5 km Richtung Nordosten steht das Schloss Voergaard, welches in den 1520er Jahren von Bischof Stygge Krumpen errichtet, und 1590 von Ingeborg Skeel mit Jütlands vornehmsten und  reichlich verzierten Renaissancehaus erweitert wurde. Das fantastische 7,5 m hohe Epitaph der Dame kann in der Nähe bei der Kirche zu Voer bewundert werden . Jedes Jahr Mitte Juli wird Stygge Krumpens letzte glückliche Zeit bei den Mittelaltertagen (Middeladerdagene) auf Schloss Voergaard wieder zum Leben erweckt.

Von der Straße Dorfgade führt die Route in den höchsten und hügeligsten Teil von Jyske Ås. Es handelt sich um Schotterwege, die nicht für Rennräder geeignet sind. Möchte man lieber auf Asphaltwegen fahren, kann man von Dorf Mølle aus den Weg Storskovvej nach Dronninglund nehmen, und so ganz nah an Knøsen vorbeikommen, der mit seinen 136 m den höchsten Punkt von Jyske Ås darstellt. Die Abfahrt danach ist eine Leichtigkeit, mit 3,4% Gefälle auf einer Strecke von 1,75 km.

Hochmoores Sømose
Folgt man dem Ochsenweg, kommt man nah am westlichen Ende des Hochmoores Sømose vorbei, bevor man auf den Weg Lilleskovvej gelangt. Ein halbes Jahrhundert lang, um das Jahr 1900 herum, war Sømose Winterquartier für viele umherziehende Familien, die im Sommer mit einem Zirkus, einem Jahrmarkt, einem Kesselflicker oder anderen Handwerkern unterwegs waren. Zu den Stoßzeiten wohnten hier jeden Winter über 40 Familien, alle mit vielen Kindern. Die Nachnamen Altenburg, Mundeling, Hertzberg und Benneweis sind Zeugen dafür, dass unsere großen Zirkusse hier ihre Wurzeln haben.

Dronninglund
Die Rute führt ebenfalls am Moor Ottemose vorbei, über den Weg Tusbrovej, der der alte Nr. Sundby-Sæby Kongevej ist, und um das Tal Markedsdalen herum, wo der Jahrmarkt Hjallerup Marked bis 1744 abgehalten wurde. Man kommt am Dronninglund Kunstcenter und dem Golfplatz vorbei. Das Kunstcenter ist etwas ganz Besonderes. Es ist von einem lokalen Handwerker gebaut worden, der in Grönland Geld verdient hatte. Dann wurde es von der Gesellschaft Tvind übernommen, und später von der lokalen Bevölkerung wieder zurückgekauft, die das Center mit freiwilligen Helfern betreibt. Es finden wechselnde Qualitätsausstellungen statt, und es gibt ein Mittags-Café und ein Kunstgeschäft.

Schloss Dronninglund
Über den Weg Kirkevej kommt man zum Schloss Dronninglund. Dass Schloss ist heute u.a. ein Hotel und Restaurant. Im Zeitraum 1200-1536 war es das Kloster Hundslund, danach sowohl Gutshof sowie der Sommersitz der Königin und der Prinzessin. Sein heutiges Erscheinungsbild verdankt das Schloss dem Umbau im Jahre 1754, durchgeführt von Graf Moltke. Die ehemalige Klosterkirche hat schöne Kalkmalereien aus Stygge Krumpens Zeit, u.a. ein Fries mit 3 heidnischen, 3 jüdischen und 3 christlichen Helden und eine Galerie aus dem Jahre 1600 mit 7 Bildern von halbnackten römischen Göttern (!).

2 km weiter Richtung Osten findet man in Dronninglund Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants. Die Stadt ist in den 1890er Jahren entstanden, als eine Apotheke einen Tierarzt, einen Arzt und ein örtliches Krankenhaus nach sich zog. 

Hjallerup
Auf dem Weg zum Ort Hjallerup befinden sich 8 der zahlreichen Grabhügel der Gegend. Mehrere davon sind Langdolmen, die im Bereich der Straßen Himmerigsvej und Langdyssevej dicht beisammen liegen. Galgehøjene und der 90 m lange Pyldbyrsdolmen befinden sich Richtung Norden vor der Autobahn.

In Hjallerup findet jedes Jahr Anfang Juni der größte Krämer- und Pferdemarkt Dänemarks statt. In Hjallerup gibt es gute Einkaufsmöglichkeiten und ein Hotel.

Die Route führt weiter Richtung der Hügel Hammer Bakker, entlang der alten Landstraße Sæby-Sundby Landevej, der seit Menschen Gedenken eine Hauptstraße, oder ein Kongevej (Königsstraße) gewesen ist. Zur Zeit der Prinzessin Sofie Hedvig wurde dieser Weg über die feuchten Wiesen zweimal jährlich mit Reis bedeckt, der quer über die Radspuren gestreut wurde. Das verhinderte das Einsinken der Wagen. Dieser alte Weg führt weiter Richtung Hammer Bakker, entlang der Wege Markvejen und Kongsvænget.